Archiv für Oktober 2014

Aktionswochen gegen Antisemitismus in Duisburg

Im Rahmen der „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ der Amadeu Antonio Stiftung organisieren wir drei Veranstaltungen.
Insgesamt beteiligen sich neben uns vier weitere Duisburger Gruppen an den Aktionswochen, so dass die Veranstaltungsreihe vom 28. Oktober bis zum 27. November insgesamt aus sechs Veranstaltungen besteht. Das komplette Programm findet ihr hier.

Unsere Veranstaltungen: (mehr…)

Rückblick: 200 Menschen demonstrieren in Duisburg-Neumühl gegen Rassist*innen


In den vergangenen Tagen hat die rassistische Stimmung im Duisburger Stadtteil Neumühl einen erneuten Höhepunkt erreicht. Anlass sind diesmal die Pläne der Stadtverwaltung, im ehemaligen St.-Barbara-Hospital eine Erstaufnahmestelle für Geflüchtete einzurichten. Auf einer Informationsveranstaltung, die am 19.09. in einem Neumühler Gemeindezentrum stattfand, ergingen sich zahllose Bürger*innen in fremdenfeindlichen Hasstiraden, applaudierten den Hetzreden von PRO NRW und griffen Gegenredner*innen verbal und körperlich an. Am Tag zuvor hatten Neumühler Bürger*innen über Facebook das Gerücht gestreut, Romni hätten im Stadtteil versucht, ein Kind zu entführen. Obwohl die Polizei diese Falschmeldung unverzüglich dementierte, verbreiteten zahllose Facebook-Nutzer*innen die Behauptung weiter und riefen zum Teil unverhohlen zum Mord an den angeblichen Täterinnen auf.

Aus diesem Grund haben wir am vergangenen Samstag, zusammen mit anderen antifaschistischen Gruppen aus Duisburg und dem Ruhrgebiet, zu einer Demonstration unter dem Motto “Schicht im Schacht. Rassist*innen auf die Pelle rücken!” in Duisburg aufgerufen.

Mindestens 200 Menschen sind zu dieser Demonstration nach Duisburg-Neumühl gekommen und haben dort gegen die rassistische Hetze vieler Anwohner*innen demonstriert.
Einen ausführlichen Bericht und weitere Fotos finden ihr auf der Seite der „Initiative gegen Duisburg Zustände“.

Cinéma Critique: „I hate my fucking Hometown“

Am 16.Oktober findet das erste „Cinéma Critique“ im Syntopia statt.
Wir zeigen den Film „I hate my fucking Hometown“, eine Dokumentation der „AFA Youth Cottbus“.
Das Syntopia hat ab 19:30 Uhr geöffnet. Der Film beginnt um 20 Uhr.
Neben dem Film gibt es an diesem Abend auch die Möglichkeit sich, in angenehmer Atmosphäre, zu vernetzen und auszutauschen.

„I HATE MY F*CKING HOME­TOWN“

Ob die jähr­li­che Na­zi­de­mons­tra­ti­on, ras­si­sis­ti­sche Über­grif­fe auf aus­län­di­sche Stu­den­ten oder die er­schre­ckend hohe Stimm­ab­ga­be für die NPD bei der U18-​Wahl – der Rechts­ex­tre­mis­mus stellt in Cott­bus und Um­ge­bung ein all­ge­gen­wer­ti­ges Pro­blem dar. Wer in Cott­bus auf­wächst, wird un­will­kür­lich mit die­sem Thema kon­fron­tiert. All­tags­ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­run­gen ge­hö­ren für viele Ju­gend­li­che zum Auf­wach­sen dazu.

So haben wir, die AFA-​Youth Cott­bus, das Pro­jekt „Auf­wach­sen in Bran­den­burg“ als An­lass ge­nutzt, um eine Do­ku­men­ta­ti­on über die his­to­ri­sche Ent­wick­lung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der an­ti­fa­schis­ti­schen Ju­gend­kul­tur in Cott­bus von 1990 bis 2013 zu ent­wi­ckeln. Der Aus­gangs­punkt ist die Zeit nach der Wende, weil der ge­sel­le­schaft­li­che Um­bruch und die auf­kom­men­de Per­spek­tiv­lo­sig­keit bei den Ju­gend­li­chen zu einem star­ken Zu­lauf zur Rech­ten Szene führ­ten.

Ob und in wie weit sich die Si­tua­ti­on in Cott­bus in­ner­halb der 24 Jahre ge­än­dert hat, ist das zen­tra­le Thema der Do­ku­men­ta­ti­on. In­ter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen und Grup­pen, die sich gegen Ras­sis­mus en­ga­gie­ren, sowie ver­ges­se­nes Film­ma­te­ri­al be­leuch­ten wich­ti­ge Er­eig­nis­se in der Ent­wick­lung. Die un­ter­schied­li­che Ak­ti­ons­for­men, die Mi­li­tanz­de­bat­te und die Ef­fek­ti­vi­tät der Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen wer­den auch in den Blick ge­nom­men. Des­wei­te­ren wol­len wir die Be­weg­grün­de der Grup­pen zu ihrem an­ti­fa­schis­ti­schen En­ga­ge­ment ver­mit­teln und mit mög­li­chen Vor­ur­tei­len ge­gen­über der Szene auf­räu­men. Es wer­den per­sön­li­che Er­fah­run­gen und Ge­schich­ten er­zählt, als auch ein all­ge­mei­ner Ein­blick in die viel­fäl­ti­ge Cott­bu­s­er Ju­gend­kul­tur ver­schafft.

16. Oktober – 20 Uhr – Syntopia – Eintritt frei
Trailer
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