Archiv für April 2015

Rechtsradikale im Dellviertel und in Hochfeld? Wir werden da sein!

Traditionell wollen Nazis und Rassisten den 1. Mai für ihre Hetze missbrauchen – so auch am kommenden Freitag. Seit Wochen spielt die neonazistische Partei Die Rechte ein Versteckspiel mit der Öffentlichkeit um ihre Maidemo um 18 Uhr. Mittlerweile wissen wir, dass die Nazis um Worch und Brück entweder nach Essen-Steele, Duisburg-Hochfeld, oder in beide Viertel kommen wollen. Gerüchten zufolge könnten sie vom Schlenk durch Wannheimerort bis nach Hochfeld in den Rheinpark demonstrieren. Die Polizei hält die Route geheim um Gegenproteste zu erschweren – genau wie die Nazipartei.

Wir werden trotzdem da sein und über alle Entwicklungen im Ticker unter dem Hashtag ‪#‎1Mainazifrei‬ berichten. Das gilt auch für die Demonstration der rechtsradikalen Republikaner, die um 19 Uhr am Dellplatz aufschlagen wollen. Außerdem werden wir Aktionskarten und einen Ermittlungsausschuss bereit stellen. Kommt in die Viertel, macht den Nazis das Leben schwer, damit sie keine Lust haben wiederzukommen!

Demonstration in Düsseldorf: 250 demonstrieren gegen EU-Flüchtlingspolitik

Am vergangenen Samstag demonstrierten verschiedenen linksradikale und antifaschistische Gruppen aus der Region in Düsseldorf unter dem Motto “Gegen den Massenmord im Mittelmeer – Nieder mit der Festung Europa”. Wir freuen uns über die circa 250 Menschen, die sich trotz schlechter Witterungsbedingungen und sehr kurzfristiger Mobilisierung der Demonstration angeschlossen haben. Angesichts der grausamen Vorfälle im Mittelmeer sind wir aber auch enttäuscht, dass nicht wesentlich mehr Menschen mit uns gegen die mörderische Politik der EU und den deutschen Rassismus auf die Strasse gegangen sind.

Einen Bericht und weitere Fotos gibt es dem Blog der Initiative gegen Duisburger Zustände und der Antifa Essen Z.

Demonstration: Nieder mit der Festung Europa!

Wir unterstützen die antirassistische Demonstration des „Demobündnis Fight Fortress Europe” am kommenden Samstag 25.4. um 16 Uhr ab Düsseldorf Hbf.

Im Mittelmeer sind am Sonntag abermals hunderte Menschen elendig ertrunken, welche sich in klapprigen Booten auf den Weg nach Europa gemacht hatten um Armut, politischer Verfolgung und Kriegen zu entfliehen. Über eintausend Tote in zehn Tagen zählt der UNHCR, über 3000 Menschen sind alleine im Jahr 2015 ertrunken. Der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind tote Menschen als Abschreckung offenbar recht, schließlich gibt es eine lückenlose Radarüberwachung der See und die Rettung von Menschen in Seenot wäre in kürzester Zeit möglich. Stattdessen wurde die italienische Seenotrettungsmission Mare Nostrum von der EU eingestellt – nicht zuletzt auf Druck der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD. Deutsche und Europäische Politiker*innen zeigten sich nach Katastrophen wie denen des Wochenendes immer wieder betroffen und versprachen eine Wende in der EU-Flüchtlingspolitik. Passiert ist jedoch seit Monaten nichts. Im Gegenteil: Bundesinnenminister Thomas de Maizière sperrt sich noch in der letzten Woche gegen eine EU-Seenotrettung; damit arbeite man so genannten “Schleppern” in die Hände, glaubt der CDU-Politiker. Auch der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel ist der Ansicht, dass vor allem “kriminelle Schleuserbanden” für das Massensterben im Mittelmeer verantwortlich seien, ganz so, als ob nicht die auch von der SPD verabschiedete Asyl- und Abschottungsgesetzte dafür verantwortlich seien, dass Menschen dazu gezwungen sind “illegal” nach Europa zu kommen. (mehr…)

Rückblick auf die Veranstaltungsreihe „Schwarz-Rot-Braun – Zur Genese und Gegenwart von rechter Gewalt in Deutschland“


Vom 25. Februar bis zum 24. März fanden im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit dem Schwerpunkt rechter Gewalt, anlässlich der Demonstration „10 Years later“ am 28.3.2015 in Dortmund, fünf Veranstaltungen in Duisburg statt.
Begonnen hat es mit einem Vortrag von Marc Schwietring unter dem Titel „Sozialpsychologie des Rechtsextremismus und rechtsextremer Gewalt“. Wir konnten erfreulicherweise 45 Besucher*innen im Djäzz begrüßen, die einem sehr theoretischen Vortrag über Theorien psychologischer Ursprünge rechtsextremen Gedankenguts folgten. Hauptdiskussionspunkt im Vortrag war dabei das Konzept des autoritären Charakters und die Beantwortung der Fragen inwiefern sich dieser entwickelt und dadurch rechtsextreme Ansichten eher verinnerlicht werden könnten. Im Gegensatz zu den vielen angerissenen Theorien des Vortrags entstand eine äußerst praxisnahe Diskussion, was diese Erkenntnisse für die politische Arbeit bedeuten könnten. Muss ein starker Fokus auf der Bildung liegen? Gibt es überhaupt Interventions- und Präventionsmöglichkeiten? Durch die vielen verschiedenen Theorien zu diesem Thema kam es zu keinem Ergebnis, allerdings zu vielen interessanten Gedankengängen, so dass aus der Diskussion sicherlich viele der Anwesenden etwas mitnehmen konnten.
Am 05.03.2015 fand die zweite Veranstaltung im Syntopia statt. Zum Vortrag von Lothar Galow-Bergemann über „Antifaschismus in Zeiten von Djihadismus und Pegida“ erschienen ca. 50 Menschen, wodurch das Syntopia kaum genug Platz für alle Interessierten bieten konnte. (mehr…)